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Land Use, Land-use change and forestry

Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft

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Der Forst und Holzsektor in der internationalen Klimapolitik

Im Rahmen der Verpflichtungen zur Klimaberichterstattung unter der Klimarahmenkonvention (UNFCCC = United Nations Framework Convention on Climate Change) werden die Kohlenstoffspeicher im Wald ebenso wie unter dem Kyoto-Protokoll zur Abschätzung der Emissionen in dem Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (LULUCF = Land Use, Land Use Change and Forestry) einbezogen.
Sofern die Speicher sich vergrößern, bedeutet dies, dass mehr Kohlenstoff aufgenommen, als durch Oxidation in die Atmosphäre oder Weitergabe des Kohlenstoffs an einen anderen Speicher abgegeben wurde. Der Speicher stellt eine Senke dar, die nach internationaler Sprachregelung mit einem negativen Vorzeigen (-) gekennzeichnet wird. Bei einer Verkleinerung des Speichers fungiert dieser als Netto-Quelle, die mit einem positiven Vorzeichen versehen wird (+): der Speicher verliert mehr Kohlenstoff als er aufnimmt.

UNFCCC AWG-KP
UNFCCC LULUCF

Ermittlung der Emissionen über Speicheränderung im LULUCF-Sektor

Nur im Fall der lebenden ober- und unterirdischen Biomasse wird der Kohlenstoff in Form von CO2 aus der Atmosphäre sequestriert. Ebenso wie beispielsweise der Totholzspeicher verlängern auch die geernteten Holzprodukte (HWP = Harvested Wood Products) lediglich die Dauer der Bindung des biogenen Kohlenstoffs um ihre jeweilige Nutzungsdauer. Bislang wurde der Kohlenstoffspeicher in den Produkten bei der Ermittlung des Emissionsverhaltens des Sektors nicht berücksichtigt, was der Annahme gleichkommt, dass die Höhe dieses Speichers konstant bleibt.

Bei der wissenschaftlich methodischen Ausgestaltung der auf der 17. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention beschlossenen Berücksichtigung der stofflichen Holznutzung („Kohlenstoffspeicherung in Holzprodukten“) bei der Treibhausgasberichterstattung unter der Klimarahmenkonvention sowie der 2. Verpflichtungsperiode unter dem Kyoto-Protokoll („Anrechnung von Holzprodukten“), hat das Institut die federführende Rolle im Weltklimarat (IPCC) übernommen. Die im Zuge der mehrjährigen Arbeit entstandenen Richtlinien der guten Praxis (2013 IPCC Revised Supplementary Methods and Good Practice Guidance Arising from the Kyoto Protocol) stellen die weltweit verbindliche Grundlage bzw. Referenz für die zukünftige Abschätzung der Speicherwirkung bzw. der Netto-Emissionen der stofflichen Holznutzung dar.

IPCC KP Supplement