header_de
home | kontakt  

Wirkung der Holznutzung auf das Klima


Substitution

Die Nutzung von Holzprodukten hat positive Auswirkungen auf den Ausstoß von CO2-Emissionen, da sie sowohl Produkte substituieren, deren Herstellung mehr CO2-Emissionen verursacht, als auch an ihrem Lebensende energetisch genutzt werden können und somit fossile Brennstoffe ersetzen. Zahlreiche ökobilanzielle Vergleiche zeigen, dass Produkte bzw. Bauteile mit hohem Holzanteil im Vergleich mit nicht holzbasierten Produkten klimatisch wesentlich geringere Auswirkungen haben; besonders wenn sie am Ende ihres Lebenszyklus energetisch genutzt werden. Allerdings ist es nur sehr schwer möglich den Effekt der materiellen Substitution auf nationaler Ebene zu quantifizieren, da Produkte oder Systeme, wie z.B. Bauteile, immer nur im Einzelfall unter Berücksichtigung der gleichen funktionellen Eigenschaften miteinander verglichen werden können.

Die Substitutionseffekte der Holznutzung werden mit Hilfe der Methodik der Ökobilanzierung u.a. in dem Projekt Ökopot untersucht.

Kohlenstoffspeicherung

Holzprodukte wirken auch als Kohlenstoffspeicher, indem sie die Bindung des Kohlenstoffs, welchen die Bäume der Atmosphäre während ihrer Wachstumsphase in Form von CO2 entnommen haben, um ihre jeweilige Nutzungsdauer verlängern. Nach Artikel 1 der im Jahr 1992 verabschiedeten Klimarahmenkonvention (UNFCCC = United Nations Framework Convention on Climate Change) bedeutet "Speicher" ein Bestandteil oder mehrere des Klimasystems, in denen ein Treibhausgas oder eine Vorläufersubstanz eines Treibhausgases zurückgehalten wird. Holzprodukte stellen keine CO2-Senke an sich dar, sondern sind ein solcher Speicher, in den der Kohlenstoff aus der Photosynthese übertragen wird. Der Speichereffekt verlängert also den natürlichen Kohlenstoffkreislauf.

Relevant für das Klima ist jedoch nicht alleine die Existenz dieser Speicher, sondern deren Stabilisierung und Vergrößerung. Neben dem Hinausschieben der Kohlenstofffreisetzung hat somit besonders eine steigende materielle Verwendung von nachhaltig produziertem heimischen Holz und eine damit verbundene Stärkung der Kaskadennutzung einen positiven Effekt auf das Klima.

Entwaldung

Die Grundvoraussetzung für die positive Wirkung der Holznutzung weltweit ist eine nachhaltige Forstwirtschaft im Sinne der Erhaltung der Kohlenstoffvorräte im Wald. Dies erscheint umso dringlicher, als ca. 20 Prozent der globalen CO2-Emissionen aus Landnutzungsänderungen stammen, wovon der größte Teil mit Entwaldung einhergeht. Besonders Naturwälder unterliegen weltweit einem wachsenden Druck, der sich nicht nur schädlich auf das Klima auswirkt. Neben dem steigenden Bedarf an landwirtschaftlicher Fläche für die Nahrungsmittelproduktion und die Produktion von Biomasse für die Gewinnung von Biotreibstoffen (Ölpalmen, Soja, etc.) spielt auch die Nachfrage nach Holz eine große Rolle. Entscheidend ist also die Herkunft der Produkte, die nur dann als klimafreundlich zu bezeichnen sind, wenn sie aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen. Dabei sind auch Aspekte der Biodiversität zu berücksichtigen.

Die zweite Bundeswaldinventur aus dem Jahr 2002 hat gezeigt, dass die Waldfläche in Deutschland mit rund 11,1 Mio. Hektar, also knapp einem Drittel Deutschlands, ebenso wie die Holzvorräte trotz aller Inanspruchnahme durch Siedlungen, Industrie und Verkehr sogar weiter zugenommen haben. Somit haben gerade Holzprodukte aus heimischen Wäldern eine positive Klimawirkung, welche durch den Substitutions- und Speichereffekt zum Tragen kommen.