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Treibhausgas-Berichterstattung

Der Beitrag der stofflichen Holznutzung

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Die Anrechnung von Holzprodukten unter dem Kyoto-Protokoll

Während der ersten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls von 2008 bis 2012 wurde bei der Berechnung der nationalen CO2-Emissionen im Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (Land Use, Land-Use Change and Forestry, kurz LULUCF) der Einfachheit halber angenommen, dass aller Kohlenstoff, der in Form von Holz oder anderer Biomasse aus Wäldern entnommen wird, auch im Jahr der Entnahme wieder in die Atmosphäre gelangt. Die zeitliche Dynamik der Emissionen der stofflichen Holznutzung wurde somit nicht berücksichtigt. Zwar wurden in der Vergangenheit eine Reihe verschiedener Vorgehensweisen für die Einbeziehung von Holzprodukten in ein internationales Klimaschutzabkommen vorgeschlagen (Anrechnungsansätze), um die mit der stofflichen und energetischen Holznutzung verbundenen Treibhausgasemissionen in den Treibhausgasinventaren besser abzubilden; divergierende Interessen der verhandelnden Staaten über unterschiedliche methodische Ansätze und daraus resultierende unterschiedliche Berücksichtigung gehandelter Holzproduktmengen verhinderten allerdings lange Zeit eine Einigung.
Ein im Zuge der Verhandlungen um ein Klimanachfolgeabkommen gefundener Anrechnungsansatz, der unter zentraler Mitwirkung des Thünen-Instituts für Holzforschung entwickelt werden konnte, vermeidet etwaige Nachteile der bisherigen Vorschläge und bildet die Grundlage für die Abschätzung der durch die Nutzung von Holz entstehenden Treibhausgasemissionen während der zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls.

In der Ausgabe 1/2012 des Thünen-Magazins „Wissenschaft erleben“ wurde die Arbeit des Thünen-Instituts für Holzforschung im Arbeitsbereich Holz und Klima & Ökobilanzierung bei den internationalen Klimaverhandlungen vorgestellt (s. Artikel).

>> Artikel WissenschaftErleben.pdf
FCCC Entscheidung 2/CMP.7


Die 2013 IPCC Revised Supplementary Guidelines

Auf Beschluss der Vertragsstaaten des Kyoto-Protokolls (Entscheidung 2/CMP.7) wurde der Weltklimarat (IPCC) eingeladen, die für die Erstellung der jährlichen Treibhausgasbilanzen unter dem Kyoto-Protokoll anzuwendenden Richtlinien zu begutachten und diese, sofern notwendig, zu aktualisieren und zusätzliche Methoden zur Abschätzung der anthropogenen Treibhausgasemissionen im Landnutzungssektor zur Verfügung zu stellen.

Da die bis dahin für das Kyoto-Protokoll relevanten IPCC Richtlinien aufgrund der unterschiedlichen Sichtweisen keine Methoden für die Abschätzung des Beitrags von Holzprodukten enthalten hatten (IPCC 2003 Good Practice Guidance), musste die wissenschaftlich methodische Ausgestaltung der auf der 17. Vertragsstaatenkonferenz in Durban beschlossenen internationalen Regeln zur Anrechnung von Holzprodukten neu vorgenommen werden. In dem seit 2012 andauernden Prozess übernahm das Institut die federführende Rolle bei der Erstellung des Kapitels zur Abschätzung des Beitrags von Holzprodukten zu den Netto-Emissionen im Landnutzungssektors. Die im Zuge der mehrjährigen Arbeit entstandenen Richtlinien der guten Praxis (2013 IPCC Revised Supplementary Methods and Good Practice Guidance Arising from the Kyoto Protocol) stellen mit ihrer Veröffentlichung die weltweit verbindliche Grundlage und Referenz für die zukünftige Abschätzung der Speicherwirkung bzw. der Netto-Emissionen der stofflichen Holznutzung für die Berichterstattung unter dem Kyoto-Protokoll dar.

>> Kap.2.8 Holzprodukte.pdf
IPCC Website KP Supplement

2013 KP Supplement