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Kohlenstoffspeicherung in Holzprodukten

vTI-BMELV Projekt

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Ansätze und Vorgehensweise

Um die zeitliche Dynamik der Emissionen aus dem Forst- und Holzsektor in den Treibhausgasinventaren besser abzubilden und gleichzeitig Anreize für eine klimaoptimierte Holznutzung zu setzen, wurden in der Vergangenheit eine Reihe verschiedener Vorgehensweisen für die Einbeziehung von Holzprodukten in ein internationales Klimaschutzabkommen vorgeschlagen (Anrechnungsansätze). Diese waren im Wesentlichen auf unterschiedliche Interessen der verhandelnden Staaten zurückzuführen und unterscheiden sich im Wesentlichen hinsichtlich der Allokation und unterschiedlichen Berücksichtigung gehandelter Holzproduktmengen:

Bei einer Abschätzung der verzögerten Emissionsfreisetzung durch die Nutzung von Holzprodukten auf Basis des Verbrauchs aller Holzprodukte ("stock-change" Ansatz) kann zudem eine mögliche Einbeziehung von nicht kohlenstoffnachhaltig produzierten Holzprodukten, deren Kohlenstoffspeicherwirkung bei einer Anrechnung positiv honoriert werden könnte, nicht ausgeschlossen werden. Der Verbrauch wird aus den Daten zur Produktion, zuzüglich der Importe und abzüglich der Exporte berechnet.
Bei dem Ansatz, den Beitrag der Holzprodukte nur über die Produktion zu bemessen (Produktionsansatz), was somit eine implizite Berücksichtigung des Kohlenstoffs auch in exportierten Holzprodukten zur Folge hat, bestehen hingegen Probleme hinsichtlich der Verifizierbarkeit der Ergebnisse, da die Speicherwirkung der exportierten Holzwaren nicht unter die Kontrolle des anrechnenden Landes fallen würde.

Ein im Zuge der Verhandlungen um ein Klimanachfolgeabkommen gefundener Kompromiss auf einen Anrechnungsansatz vermeidet diese Nachteile und konnte inzwischen auch als gemeinschaftlicher Vorschlag aller Annex I Staaten für eine zukünftige Anrechnung von Holzprodukten etabliert werden.

Der letztendlich zu quantifizierende Beitrag der stofflichen Holznutzung für eine Anrechnung ergibt sich über die Vorgehensweise für Produkte hinaus aus den für den gesamten LULUCF-Sektor geltenden Anrechnungsregeln.

UNFCCC Verhandlungstext
(FCCC/KP/AWG/2011/CRP.01)

>> LULUCF (UNFCCC)


Berechnungsgrundlage

Folgende Quellen werden herangezogen, um die Netto-Emissionen aus Holzprodukten bzw. die durch die Kohlenstoffspeicherung verzögerte Freisetzung des Kohlenstoffs in die Atmosphäre zu quantifizieren:

• Statistisches Bundesamt für Daten der Produktion und des Aussenhandels
• Weitere Bundesarchive (auch für Daten der DDR)
• FAO/UNECE FAOSTAT für Daten der Produktion und des Aussenhandels
• Daten über die Marktverwendung von Holz
• Verwendungsspezifische Nutzungsdauern
• Sachbilanzinformationen aus Ökobilanzen